Freitag, 17. Juli 2015
Heimreise und Schluß
Das Navi und Vera meinen, dass die Fahrt über den San Bernhardino die beste Alternative wäre. In der Tat, eine spektakuläre Fahrt über diesen Pass mit hohen Bergen, tiefen Tälern, reißenden Gebirgsbächen und einer beeindruckenden Landschaft. Wir haben viel zu gucken, der Verkehr ist dicht und irgendwie verpassen wir vor lauter Gucken die richtige Abfahrt.
Erst als wir österreichisches Gebiet betreten, wacht Stefan auf und wir merken, dass wir in Bregenz statt in Basel gelandet sind. Nun ja, nicht schön, aber auch keine Katastrophe. Das Navi wird uns schon dirigieren. Wir fahren durch irgendwelche kleinen Orte, deren Namen wir noch nie gehört haben. In einem dieser Käffer (Entschuldigung, es sind schöne und hübsche Orte, aber wenn man etwas genervt ist... ), befiehlt das Navi plötzlich: nächste Straße links! Wir folgen und landen auf einen Schleichweg, der uns hoffentlich nach Deutschland führen wird. Dort wird es schon wieder Autobahn geben!
Der Schleichweg ist so schmal, dass wir mit unserem Bus halten müssen, wenn uns ein Auto entgegen kommt. Es ist ziemlich nervig, 3 km so zu fahren. Plötzlich stehen wir vor einer Brücke mit einem Tor. Ich, Stefan, Fahrer, kann erkennen, dass die durch Durchfahtrshöhe 2,40 m beträgt. Die Höhe unseres Naggi beträgt 2,85.
Ich bleibe stehen. Hier geht's jedenfalls nicht durch! Hinter uns bildet sich schnell eine Schlange. Die ersten Autos hupen, warum geht es nicht weiter? Vera ist nervlich angegriffen. Schon so spät, diese Scheiß-Umleitung, dieser blöde Stau, und nun diese ausweglose Situation. Sie ist den Tränen nahe.
Ich sage, eins steht fest, hier geht es nicht weiter und wir können auch nicht wenden, die Straße ist zu schmal. Vera zögert kurz, ein Ruck geht durch ihren Körper, sie steigt aus, wischt sich die Augen, knipst ein strahlendes Lächeln an, läuft auf dem ersten Autofahrer zu und erklärte ihm freundlich, aber bestimmt, dass wir mit unserem Bus hier nicht durchkommen und er bitte umdrehen soll.
Das erklärt sie dem 2. und 3. Autofahrer auch noch und dann dirigiert sie mit großen, energischen Gesten die Schlange hinter uns und bedeutet ihnen, umzudrehen. Nach 2 Minuten ist die Straße frei und Stefan kann mit dem Bus 100 m rückwärts fahren, wo er schließlich wenden kann. Uff!
Eine grandiose Leistung von Vera und als wir auf der Autobahn nach Stuttgart sind, lachen wir vor Freude und Erleichterung über diese letztlich gelungene Aktion. Ein Lehrer, der mit 31 Kindern einer Gesamtschule in NRW fertig wird, kommt auch mit einer Schlange hupender Ösis zurecht!
Um 2 Uhr nachts sind wir zu Hause und sind etwas erschöpft, aber insgesamt sehr zufrieden und glücklich!
Literatur:
Baedecker: Italien, 2013. Unentbehrliches Standardwerk.
Annette Krus-Bonazza: Marken Italienische Adri, 2014. Kenntnisreiche Beschreibung der Marken mit vielen guten Hinweisen und "Geheimtipps".
Slow Food Editore: Osterie d'Italia 1014/15
Deutschsprachiger Restaurantführer, ausgewählt von Sloow Food.
ADAC: Camping-App.
Vom ADAC geprüfte und empfohlene Campingplätze in Europa per App, auch offline.
Wirtshäuser, die uns gefallen haben:
Macerata: Il Cortile, Via T. Lauri 15
Urbino: Osteria l'Angolo Divino, Via S. Andrea 14
Ascona (Schweiz): Grotto Baldoria, Via Sant'Omobono 9
Fino Mornasco Como (an der Autobahn bei Como, wenn man weder die üblichen Panini bei der Tankstelle noch die überteuerten Speisen in Schweiz essen will):
ilGrifo, Via S.S. dei Giovi 2
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