Freitag, 17. Juli 2015

Heimreise und Schluß

Das ist sie, diese Brücke, die uns den Angstschweiß auf die Stirn getrieben hat. Bei Dornbirn am Bodensee.


Am Freitag, den 10.7., machen wir uns von Urbino aus auf die Heimreise. Am frühen Nachmittag erreichen wir die Schweiz, für den Gotthardtunnel sind 2 Stunden Stau vorhergesagt.

Das Navi und Vera meinen, dass die Fahrt über den San Bernhardino die beste Alternative wäre. In der Tat, eine spektakuläre Fahrt über diesen Pass mit hohen Bergen, tiefen Tälern, reißenden Gebirgsbächen und einer beeindruckenden Landschaft. Wir haben viel zu gucken, der Verkehr ist dicht und irgendwie verpassen wir vor lauter Gucken die richtige Abfahrt.

Erst als wir österreichisches Gebiet betreten, wacht Stefan auf und wir merken, dass wir in Bregenz statt in Basel gelandet sind. Nun ja, nicht schön, aber auch keine Katastrophe. Das Navi wird uns schon dirigieren. Wir fahren durch irgendwelche kleinen Orte, deren Namen wir noch nie gehört haben. In einem dieser Käffer (Entschuldigung, es sind schöne und hübsche Orte, aber wenn man etwas genervt ist...  ), befiehlt das Navi plötzlich: nächste Straße links! Wir folgen und landen auf einen Schleichweg, der uns hoffentlich nach Deutschland führen wird. Dort wird es schon wieder Autobahn geben!

Der Schleichweg ist so schmal, dass wir mit unserem Bus halten müssen, wenn uns ein Auto entgegen kommt. Es ist ziemlich nervig, 3 km so zu fahren. Plötzlich stehen wir vor einer Brücke mit einem Tor. Ich, Stefan, Fahrer, kann erkennen, dass die durch Durchfahtrshöhe  2,40 m beträgt. Die Höhe unseres Naggi beträgt 2,85.

Ich bleibe stehen. Hier geht's jedenfalls nicht durch! Hinter uns bildet sich schnell eine Schlange. Die ersten Autos hupen, warum geht es nicht weiter? Vera ist nervlich angegriffen. Schon so spät, diese Scheiß-Umleitung, dieser blöde Stau, und nun diese ausweglose Situation.  Sie ist den Tränen nahe.

Ich sage, eins steht fest, hier geht es nicht weiter und wir können auch nicht wenden, die Straße ist zu schmal. Vera zögert kurz, ein Ruck geht durch ihren Körper, sie steigt aus, wischt sich die Augen, knipst ein strahlendes Lächeln an, läuft auf dem ersten Autofahrer zu und erklärte ihm freundlich, aber bestimmt, dass wir mit unserem Bus hier nicht durchkommen und er bitte umdrehen soll.

Das erklärt sie dem 2. und 3. Autofahrer auch noch und dann dirigiert sie mit großen, energischen Gesten die Schlange hinter uns und bedeutet ihnen, umzudrehen. Nach 2 Minuten ist die Straße frei und Stefan kann mit dem Bus 100 m rückwärts fahren, wo er schließlich wenden kann. Uff!

Eine grandiose Leistung von Vera und als wir auf der Autobahn nach Stuttgart sind, lachen wir vor Freude und Erleichterung über diese letztlich gelungene Aktion. Ein Lehrer, der mit 31 Kindern einer Gesamtschule in NRW fertig wird, kommt auch mit einer Schlange hupender Ösis zurecht!

Um 2 Uhr nachts sind wir zu Hause und sind etwas erschöpft, aber insgesamt sehr zufrieden und glücklich!




Literatur:
Baedecker: Italien, 2013. Unentbehrliches Standardwerk.

Annette Krus-Bonazza: Marken Italienische Adri, 2014. Kenntnisreiche Beschreibung der Marken mit vielen guten Hinweisen und "Geheimtipps".

Slow Food Editore: Osterie d'Italia 1014/15
Deutschsprachiger Restaurantführer, ausgewählt von Sloow Food.

ADAC: Camping-App. 
Vom ADAC geprüfte und empfohlene Campingplätze in Europa per App, auch offline.

Wirtshäuser, die uns gefallen haben:
Macerata: Il Cortile, Via T. Lauri 15

Urbino: Osteria l'Angolo Divino, Via S. Andrea 14

Ascona (Schweiz): Grotto Baldoria, Via Sant'Omobono 9


Fino Mornasco Como (an der Autobahn bei Como, wenn man weder die üblichen Panini bei der Tankstelle noch die überteuerten Speisen in Schweiz essen will): 
ilGrifo, Via S.S. dei Giovi 2

Donnerstag, 16. Juli 2015

11. Tag Urbino


Am Donnerstag, den 9.7., verlassen wir den ruhigen Campingplatz bei Preci und fahren in die Stadt Urbino. Um Urbino wieder die gewohnte Landschaft der Marken, Felder, Wiesen, Bäume, kleinteilige Landwirtschaft, dünne Besiedlung. Und dann - natürlich wieder - auf einem Hügel gebaut, diese Wahnsinns-Stadt. Das Zentrum der Renaissance. Uralte Universität und der "Palazzo Ducale", in dem auch die Nationalgalerie der Marken untergebracht ist.

Das Ganze, Stadt, Häuser, Galerie, Bilder, Landschaft sind ein Sinnesrauch vor allem für die Augen, an dem wir uns nicht satt sehen können. Aber seht selbst!

Bitte auch mal hier klicken: Oratorio di San Giovanni Battista






Zum Abschluß unserer Reise und weil wir im Zentrum sein wollen, wohnen wir im Hotel "Raffael", steil hoch, steil runter, aber das sind wir ja mittlerweile gewohnt. Das Geburtshaus des Malers Raffael befindet sich um die Ecke.





Blick auf Urbino mit dem Palazzo Ducale im Zentrum


Kräftige Waden sind hilfreich, wo das Auto nicht hinkommt.
Die Idealstadt der Renaissance


Residenz des Herzogs von Urbino, Herzog Federico da Montefeltro


Fresken im Oratorio di San Giovanni Battista


Ausschnitt aus der Freske, die 1416 vollendet wurde.


sieht nicht gesund aus


Hübsche Strümpfe






Ob die Dachziegel auch 600 Jahre alt sind?


Die Satellitenschüssel paßt nicht.


Senatus Populusque Romanus (Senat und Volk von Rom).


Der schaut streng, aber gerecht.


Der Palazzo


da denkt sich jeder seins


Galerie


Verbindungsgang im Palazzo zwischen zwei Sälen


Die ideale Stadt


Wandteppiche



Touristen mit Wandteppichen


Blick aus dem Palazzo


Kunst am Bau. Wo gibt es soetwas heute noch?


Die Hauptstraße, eigentlich sehr belebt, wo wir einen Aperativ nehmen. Es gibt hier 20.000 Studenten.


Was sagt sie ihm?


Diese Farben!



Catarella? Italienischer Dorfpolizist.




Ciao Urbino, ciao Italia! Wunderbar war es!



Mittwoch, 15. Juli 2015

10. Tag Norcia

Wir fahren durch die Berge und haben einen wunderschönen Blick auf Norcia, ein Städtchen mit 5000 Einwohnern. Norcia ist von einer alten Stadtmauer umgeben, darin eng aneinander gebaute, flache Häuser und in der Mitte eine breitere Straße mit vielen Läden und Lokalen.

Die Spezialität des Ortes sind die unter Feinschmeckern berühmten Würste, Schinken und Schwarzer Trüffel.

Wir kaufen auch einige Würste und Käse, unterhalten uns mit dem Ladenbesitzer und seiner Tochter und schauen uns den zentralen Platz an.

Hier steht ein Denkmal des heiligen Benedikts, der mit seinem „ora et labora“ den Orden der Benediktiner begründete. Benedikt wurde 480 in Norcia geboren.

Das ganze Norcia macht einen kompakten und intakten Eindruck, inmitten einer grandiosen Berglandschaft. Wenn man überlegt, was hier in Umbiren für Schatzkästlein mitten in der Landschaft herum stehen, das ist schon unglaublich. Ich meine, 480 Benediktiner-Orden gegründet und im frühen Mittelalter diese Stadt aufgebaut – da saßen wir in Deutschland noch auf den Bäumen! - von wenigen Ausnahmen abgesehen.



Schatten, Füße hochlegen, Ruhe, trockene Wärme bis in die Abendstunden


Die Landschaft um uns und unter uns, wir liegen 600 Meter hoch


Da lacht Vera, aber gleich geht's auf nach Norcia.




Auf dem Weg nach Norcia. Wie sind die Menschen früher ohne Auto da hoch gekommen?


Typischer Laden in Norcia mit Schinken


Warum der Käse wohl Viagra heißt?


Una bella ragazza nel centro


Ora et labora
Bet und arbeit ruft die Welt, bete kurz, denn Zeit ist Geld!





Basilika und Kirche mit dem Heiligen Bernhard. Toller Platz.


Rosette der Basilika


Straßenscene


Blick auf Norcia

8. und 9. Tag Monte Sibillini

Castelluccio heißt der Ort, den wir heute mit dem Auto besichtigt haben. Er liegt auf einer Hochebene in 1500 Metern Höhe, etwa 45 Minuten von unserem neuen Campingplatz entfernt. Hier werden Linsen angebaut und im Juni soll die ganze Fläche vielfarbig durch die Linsenfelder erblühen.
Der Naggi hat mächtig zu schaffen, bis wir oben sind. Es erwartet uns eine alpenähnliche Landschaft. Auf einem Berg sind sogar noch Schneereste zu sehen. Und: es regnet!

Der Ort selber liegt in der Hochebene noch mal auf einem Hügel und ist offensichtlich eine Touristattraktion. Busse aus Perugia, vollgeparkte Parkflächen, Dutzende von Motorrädern und 20-30 Trattorien, Bars, Restaurants auf engstem Raum. Quasi im Niemandsland. Weit und breit nichts, außer Hochebene und Linsenfelder.

Atmosphäre wie am Mummelsee im Schwarzwald, meint Stefan. Da fahren auch alle hin, an schönen Sonntagen gibt es keinen Parkplatz mehr, es gibt eine Gaststätte und eine Pommesbude und alle fragen sich, warum denn bloß alle hier her fahren. Es ist wie im Krimi: „Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen!“, lockt unweigerlich die Leute an. Was gibt es hier, was man nicht sehen soll?

Na, jedenfalls hat es uns gefallen, einfach, weil man so ein kleines Touristenzentrum inmitten der Pampa nicht vermutet. Und weil es geregnet hat, haben wir auch gleich einen Parkplatz gefunden und es waren nicht ganz so viele Menschen da. Und die Landschaft ist beeindruckend, diese Bergriesen, grün bewaldet bis zur Baumgrenze, das erwartet man in Italien nicht.



Campingplatz in Preci, Umbrien, Sibillinische Berge





Entspannung pur, was zu lesen und vor allem: kühle Nächte!


Hochebene bei Castelluccio

Linsenfelder

Es ist regelrecht frisch soweit oben, 1500 Meter Höhe.

bisschen düster





auf dem Weg nach Castelluccio

Die Hochebene mit den Linsen

Linsen

Linsen vom Mohn und blauen Blumen überdeckt

Der Ort selber, immer ein Touristentreff


Soll ein Ausgangspunkt für Wanderer und Drachenflieger sein. Wir sehen hauptsächlich Autos.

Abkürzung - lieber nicht!